Nahrungsergänzungsmittel von A-Z: Alles mit J


Jod

Abkürzung: J

Jod ist ein lebenswichtiges Spurenelement, das zur normalen Funktion der Schilddrüse beiträgt. Als Hauptbestandteil der Schilddrüsenhormone Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4) hat es auf viele Stoffwechselvorgänge großen Einfluss: Der Energiestoffwechsel der Körperzellen, die Entwicklung von Nervensystem und Gehirn, die Funktion vieler Hormondrüsen sowie die Struktur der Haut werden durch eine ausreichende Jod-Versorgung des Körpers reguliert.

Vorkommen

Meeresfische, Garnelen und Algen enthalten besonders große Mengen an Jod. Der Jodgehalt von anderen Lebensmitteln pflanzlicher und tierischer Herkunft hängt vor allem von der Jodmenge im Boden und im Tierfutter ab. Zudem ist Jodsalz beziehungsweise jodiertes Speisesalz eine sehr wichtige Jodquelle für den Menschen. Der Jodgehalt staffelt sich in den folgenden Lebensmitteln wie folgt:

  • Schellfisch: 243 Mikrogramm/100 Gramm
  • Garnelen: 130 Mikrogramm/100 Gramm
  • Hering: 52 Mikrogramm/100 Gramm
  • Thunfisch: 50 Mikrogramm/100 Gramm
  • Lachs: 34 Mikrogramm/100 Gramm
  • Schweineleber: 14 Mikrogramm/100 Gramm
  • Brokkoli: 15 Mikrogramm/100 Gramm
  • Spinat: 12 Mikrogramm/100 Gramm
  • Eier: 10 Mikrogramm/100 Gramm
  • Vollmilch (3,5 %): 6 Mikrogramm/100 Gramm
  • Roggenbrot: 9 Mikrogramm/100 Gramm
  • Weizenbrot: 6 Mikrogramm/100 Gramm

www.shutterstock.com, Shutterstock Inc., New York, USA
Eine angemessene Jodversorgung ist für einen funktionierenden Stoffwechsel bei Kindern und Erwachsenen unabdingbar. Der regelmäßige Genuss von Fisch, Meeresfrüchten und die Verwendung von jodiertem Speisesalz versorgen den Körper mit Jod.

Bedarf

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt für Jugendliche und Erwachsene bis 50 Jahren eine tägliche Jodzufuhr von 200 Mikrogramm und ab 51 Jahren 180 Mikrogramm. In Schwangerschaft und Stillzeit erhöht sich der Jodbedarf auf 230 bis 260 Mikrogramm pro Tag.

In Deutschland hat sich die Jodversorgung durch den Einsatz von Jodsalz in privaten Haushalten und Gastronomiebetrieben sowie mit Jod angereichertem Tierfutter zwar verbessert, ist aber noch nicht zufriedenstellend. Studien ergaben, dass Kinder, Jugendliche und Erwachsene im unteren optimalen Bereich liegen.

Mangelerscheinungen

Insbesondere bei sehr salzarmer Ernährung, dem Verzicht auf Fisch oder Milchprodukte sowie einseitiger vegetarischer Ernährung ist es möglich, dass die empfohlene tägliche Jodaufnahmemenge nicht erreicht wird. Bei starkem Jodmangel produziert die Schilddrüse dann nicht ausreichend Schilddrüsenhormone und Haarausfall, trockene Haut, Kälteempfindlichkeit, Gewichtszunahme, depressive Verstimmungen sowie eine vergrößerte Schilddrüse (Kropf) können die Folge sein. Eine zu geringe Jodaufnahme während Schwangerschaft, Stillzeit oder im Säuglingsalter kann zu schwerwiegenden Entwicklungs- und Funktionsstörungen beim Kind führen.

Jod als Nahrungsergänzungsmittel

Bei einer ausgewogenen Ernährung mit 1 bis 2 Fischmahlzeiten pro Woche und der Verwendung von Jodsalz sind jodhaltige Nahrungsergänzungsmittel nicht notwendig. Die zusätzliche Zufuhr von Jod kann in Einzelfällen sinnvoll sein, sollte aber stets mit dem Arzt abgesprochen werden. Gemäß EU-Richtlinien sind die Mineralstoffverbindungen Natriumjodid und -jodat sowie Kaliumjodid und -jodat in Nahrungsergänzungsmitteln für Deutschland und die Länder der EU zugelassen. Folgende gesundheitsbezogenen Aussagen zu Jod sind laut dem Amtsblatt der Europäischen Union zugelassen:

  • Jod trägt zu einer normalen kognitiven Funktion bei.
  • Jod trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel bei.
  • Jod trägt zu einer normalen Funktion des Nervensystems bei.
  • Jod trägt zur Erhaltung normaler Haut bei.
  • Jod trägt zu einer normalen Produktion von Schilddrüsenhormonen und zu einer normalen Schilddrüsenfunktion bei.
  • Jod trägt zum normalen Wachstum von Kindern bei.

Alle Aussagen beziehen sich auf die normalen Körperfunktionen und beinhalten keinerlei Möglichkeit zur Leistungssteigerung. Eine Aufnahme von Jod über das normale Maß hinaus bringt keine gesundheitlichen Vorteile für den Verbraucher.

Überversorgung mit Jod

Meeresalgen und Meertang können sehr große Mengen an Jod enthalten, so dass bereits nach einem Konsum von 1 bis 10 Gramm Meeresalgen die tägliche Höchstmenge von 500 Mikrogramm überschritten wird. Diese Überversorgung mit Jod kann von den Symptomen einer Schilddrüsenüberfunktion begleitet sein. Daher sollte die Einnahme von jodhaltigen Nahrungsergänzungsmitteln immer ärztlich kontrolliert werden.

Quellen:
https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/jodversorgung-schon-besser-aber-noch-nicht-gut-8159
https://www.dge.de/wissenschaft/ernaehrungsberichte/13-dge-ernaehrungsbericht/


Autor: Simone Lang

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